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Als Orthosen werden in der Podologie Druckentlastungsmittel aus hautfreundlichen Silikonen genannt. Diese werden direkt am Patienten gefertigt und sind individuell angepasste Hilfsmittel und KEINE „Ware von der Stange“. So individuell wie jeder einzelne Mensch ist, so individuell sind auch seine Füße. 

In der Podologie stehen uns unterschiedliche Silikone zur Verfügung. Jeder Handwerker findet sein Werkzeug, ebenso wird jeder Podologe mit seinem Werkzeug arbeiten. Ob nun A-Silikone, K-Silikone oder wärmevernetzende Silikone; jeder nimmt die Materialien, mit denen er am besten Arbeiten kann. 

Die Silikone sind hochelastisch, formkonstant, hautfreundlich, wasserabweisend, gut zu reinigen, verschleißfest, schwer brennbar, geruchsneutral und säure- und laugenbeständig. Silikone haben eine gute Korrekturmöglichkeit und eine gute Haltbarkeit. Durch die unterschiedlichen Shorehärten können diese an den Bedürfnissen der Patienten angepasst werden.  

Eine Kontraindikation wäre eine Unverträglichkeit gegenüber Silikonen. Zudem passt der Träger der Orthosen, seine Schuhe nicht entsprechend der Orthose an. Diese benötigen in einigen Fällen etwas mehr Platz im Schuh. 

Orthosen können auch als Zehenersatz gefertigt werden, um das Verschieben der anderen Zehen zu verhindern. 

Druckentlastende Orthosen werden bei Hühneraugen und Druckgeschwüren eingesetzt. Diese sollen, wie der Name schon sagt, den punktuellen Druck nehmen und eine Umverteilung erreichen. 

Bei den korrigierenden Orthosen sollen Hammerzehen wieder in die Streckung gebracht werden, Über- oder Unterlagerung von Zehen korrigiert werden oder wie beim Morton Keil, versucht werden, eine Dekompensation zu erreichen. Orthosen können nur an noch beweglichen Gelenken eingesetzt werden. Bei kontrakten Gelenken sind Orthosen kontraindiziert. 

Orthosen eignen sich als Präventionsmaßnahme. 

Orthosenarten: 

  • Zehenzwischenkeil-Orthose
  • Ballenschale Orthose
  • Mortonkeil Orthose 
  • Krallenzehe Orthose
  • Zehenkuppe Orthose
  • Fersenschale Orthose
  • Zehenprothes Orthose
  • Metapolster Orthose 
  • Hammer/Krallenzehe Streckorthose

Ob sich eine Orthose für den Betroffenen eignet, sollte vorher überprüft werden. Wichtig ist die Mitarbeit des Patienten. Bei einer gewissen Unbeweglichkeit (Alter, Versteifungen im Rücken, etc.), sollte von einer Orthose Abstand genommen werden, da diese selbständig an- und abgelegt werden muss. Das bedeutet: eine gute Anamnese durch den Therapeuten, andere Möglichkeiten klären, wie z.B. Physiotherapie, Hautbeschaffenheit, Funktion der Gelenke und Muskeln, Spannung der Sehnen, besteht eine Hyper- oder Hypomobilität.